Für die Freie Oberschule Finow beginnt das fünfte Schuljahr seit ihrer Eröffnung im Jahr 2009. Die damaligen ersten Siebenklässler haben im August 2013 erfolgreich die 10. Klasse abgeschlossen, um im Anschluss eine Berufsausbildung zu beginnen oder das Abitur am Oberstufenzentrum in Angriff zu nehmen. Besonders erfreulich für Lernende und Lehrende war die frühzeitige Anerkennung durch das Ministerium, sodass die Abschlusszeugnisse den Stempel einer „anerkannten“ Ersatzschule tragen. Damit hat die Freie Oberschule Finow ihre Probezeit als bis dahin „genehmigte“ Ersatzschule hinter sich gebracht und es ist Zeit Bilanz zu ziehen.

Die Anmeldezahlen entsprechen in etwa den Kapazitäten der Schule, insofern wir aus pädagogischen Gründen lediglich 20 SchülerInnen in einer Klasse aufnehmen möchten. In Klasse 7 und 8 lernen derzeit jeweils 15 Jugendliche, während die 9. und 10. Klasse mit jeweils 20 Jugendlichen ausgelastet ist.

Das Land unterstützt Schulen in freier Trägerschaft nicht zuletzt, weil es den Eltern mehr Möglichkeiten bietet, für ihr Kind eine „passende“ Schule zu finden. Jede Schule hat in Bezug auf das einzelne Kind Vor- und Nachteile, die es auszuloten gilt. Im Folgenden wollen wir besondere Merkmale der Freien Oberschule Finow vorstellen, die Ihnen bei Ihren Überlegungen helfen soll.

Im Rückblick auf die vergangen vier Schuljahre zeigt sich, dass die FOF für viele Lernende positive Einflüsse auf ihr allgemeines Wohlbefinden hat. Eltern geben häufig die Rückmeldung, dass ihr Kind deutlich selbstbewusster und ausgeglichener sei, seit es die Schule besuche. 

Wir führen dies auf zwei wesentliche Faktoren zurück: Erstens geben wir den SchülerInnen Strategien an die Hand, die es ihnen ermöglicht mit Leistungsdruck gewinnbringend umzugehen und zweitens arbeiten wir tagtäglich am sozialen Miteinander im Klassengefüge.

Leistungsdruck hat dann negative Folgen, wenn weder Zeit, Gelegenheit noch Unterstützung vorhanden ist, um Schwächen auszugleichen. Dem begegnen wir in der täglichen ILZ (Individuelle Lernzeit), in der alle Lehrkräfte für Nachfragen konsultiert werden können. Außerdem stehen wöchentlich zwei Förderstunden zur Verfügung, in denen Fächer nach Bedarf gewählt werden können. Natürlich ermöglicht diese individuelle Förderung auch leistungsstarken SchülerInnen die gezielte Vorbereitung auf die Sekundarstufe 2.

Leistungsdruck steht in direkter Beziehung zum eigenen Anspruch. Deshalb ist es uns ein Anliegen mit Eltern und SchülerInnen realistische Ziele zu setzen. Grundsätzlich beginnt jedes Halbjahr mit „Zielgesprächen“, an denen sich der Klassenlehrer mit jedem Schüler und dessen Eltern zusammensetzt, um zu klären, was man im kommenden Halbjahr erreichen möchte und was dafür getan werden muss. Weiterhin setzen sich die SchülerInnen montags „Wochenziele“, über dessen Erreichen sie freitags vom Klassenlehrer ein schriftliches Feedback erhalten, das die Eltern gegenzeichnen müssen.

Das soziale Miteinander der Schüler beobachten die Lehrkräfte nicht nur, sondern beeinflussen es kontinuierlich in selbstverständlichen Gesprächen zwischen Lernenden und Lehrenden, die sich in den eng betreuten Pausen und dem gemeinsamen Frühstück und Mittagessen ergeben.

Letztlich gehen wir rückblickend davon aus, dass das enge Dreigespann aus SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern die Grundlage für die positiven Entwicklungen unserer SchülerInnen ist.